Hans-Heinrich Isenbart „die Stimme des Pferdesports“, lebt nicht mehr
Der langjährige Fernsehmoderator Hans-Heinrich Isenbart ist am ersten Weihnachtstag in Hamburg, wenige Wochen vor seinem 89. Geburtstag, gestorben.
Tausenden von Pferdefreunden wird „die Stimme des Pferdesports“ für immer in Erinnerung bleiben. Diesen Namen hatte Isenbart zu Recht getragen. Niemand konnte so brillant die Faszination Pferd in Worte kleiden. Und niemand forderte so konsequent verantwortungsvolles Handeln stets im Interesse des Pferdes wie er. Berühmt ist er für seine stetige Mahnung: „Vergessen Sie die Pferde nicht!“. Über sechs Jahrzehnte hinweg hatte Hans-Heinrich Isenbart als Rundfunk- und Fernsehkommentator, als Journalist und Turniersprecher Reitsportgeschichte nicht nur miterlebt, sondern auch mitgestaltet. So auch in der StuttgarterSchleyer-Halle.
Am 5. Februar 1923 kam Hans-Heinrich Isenbart als Sohn eines Offiziers und einer Kaufmannstochter in Wien zur Welt. Die Passion für Pferde war ihm durch die familiäre Verbundenheit mit der Reiterei gewissermaßen in die Wiege gelegt. Wegen seiner jüdischen Großmutter mütterlicherseits verwehrten ihm die Nationalsozialisten die in der Familientradition verankerte Offizierslaufbahn. Hans-Heinrich Isenbart studierte Jura und legte die Reitlehrerprüfung ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er zunächst als Politik- und Wirtschaftsjournalist beim damaligen Nordwestdeutschen Rundfunk. Anschließend übernahm er die Sportkoordination der ARD in München. Diese Position hatte er bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden 1987 inne.
Bei den Olympischen Spielen 1956 in Stockholm, die als erste über das noch junge Medium Fernsehen ein Millionenpublikum erreichten, berichtete er live und trug den Pferdesport rund um die Welt. In den folgenden Jahrzehnten war Isenbart bei nahezu allen großen Reitsportereignissen präsent. Auch nach seiner Zeit bei der ARD konnte von Ruhestand keine Rede sein. Als unermüdlicher Kommentator, Referent auf ungezählten Seminare, Tagungen und Kongressen, als Buchautor und Filmemacher blieb Hans-Heinrich Isenbart „die Stimme des Pferdesports“. In Kirchlinteln bei Verden wohnhaft, nahm Isenbart bis zuletzt immer noch Anteil an allem, was die Faszination Pferd für ihn ausmachte.
Hans-Heinrich Isenbart wurde vielfach geehrt. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung verlieh ihm bereits 1983 das Deutsche Reiterkreuz in Gold. 1997 wurde er mit dem Verdienstkreuz erster Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens ausgezeichnet. Das Deutsche Olympiade Komitee für Reiterei ernannte ihn 2001 zu seinem Ehrenmitglied. Zu den Ehrungen zählte unter anderem auch der „Meteor-Preis“ (2008) für seine großen Verdienste um den Pferdesport.
Das NDR Fernsehen hat aus Anlass seines Todes das Programm geändert und zeigt am Mittwoch, 28. Dezember, um 13.00 Uhr das Porträt „Hans Heinrich Isenbart – Die Stimme des Pferdes“ aus diesem Jahr.“
Die Trauerfeier ist am Dienstag, 10. Januar, um 13 Uhr, in der Niedersachsenhalle in Verden, unweit seines Wohnortes Kirchlinteln.













