Auch „Super-Michi“ sattelt "beim Wolf"
Busch-Weltmeister Michael Jung gehört zu den Teilnehmern des Drei-Königs-Reitturniers auf der Reitanlage Wolf in Eppelheim
Karl-Heinz Streng, der Reitmeister aus Mosbach, sagt von ihm, er sei „wahrscheinlich der beste Reiter der Welt“ – und viele andere Experten sind dieser Meinung auch. Tatsache ist, dass Michael Jung aus Altheim bei Horb am Neckar nicht nur der amtierende Welt- und Europameister der Vielseitigkeitsreiter ist und damit der erfolgreichste deutsche „Busch-Mann“ aller Zeiten. Im letzten Jahr war der 29-jährige Berufsreiter mit jungen Pferden außerdem Bundeschampion und Weltmeister der Reiter junger Pferde, im Jahr zuvor auch baden-württembergischer Hallenchampion in der Dressur und sogar in der Großen Tour des Internationalen German Masters-Turnier in der Stuttgarter Schleyer-Halle erfolgreich. Man schmunzelt schon in der Reiterszene, der „Super-Michi“ aus dem Schwarzwald würde auch noch Kutschen-Weltmeister, würde man ihn auf einen Bock setzen und ein paar Leinen in die Hand drücken. Man sagt, er könne auch eine gescheckte Kuh so stark reiten, dass sie einen S-Parcours fehlerfrei absolvieren würde – und sich hinterher über die eigene Leistung wundern.
Jedenfalls, Michael Jung ist eine Klasse für sich, ein begnadeter Pferdesportler, jetzt schon Favorit in seiner Disziplin bei den Olympischen Reiterspielen in London und nicht zuletzt eine Aufwertung für jedes Turnier, auf dem er startet.
Wie jetzt beim traditionellen Drei-Königs-Turnier auf der Reitanlage Wolf vor den Toren Eppelheims, dem in ganz Süddeutschland beachteten Auftakt in die Turniersaison.
Heute, Mittwoch, 4. Januar, geht es mit leichteren Dressurprüfungen los, am Donnerstag, 5. Januar münden dann die Viereck-Wertungen in einer S-Dressur, die schon deshalb knifflig wird, weil die „Wolf-Halle“ nur ein 40 Meter langes Viereck hergibt. Die Volten, Traversalen und Pirouetten müssen daher auf engem Raum gezeigt werden; das erfordert von den Dressurpferden große Elastizität und unbedingten Gehorsam. Favoriten sind der Zeuterner Dressurprofi Pieter van der Raadt, aber auch seine langjährige Meisterschülerin Julia Machat.
Die ausgezeichnete Pferdewirtschaftsmeisterin verlässt in den nächsten Wochen Nordbaden und den Stall van der Raadt und wechselt an das Gestüt Lilienhof. Dort im oberschwäbischen Ravensburg baut der aus Heidelberg stammende Tierarzt Dr. Kai von Salmuth gerade einen wichtigen Ausbildungsstall für junge Dressurpferde auf. Sein Reiter-Team besteht künftig aus dem eigentlich nordbadischen Gespann Julia Machat und Nikolaus Kühn – beide sind auch privat ein Paar.
Mit dem Drei-Königs-Feiertag beginnt auf dem „Wolf-Hof“ dann der Springteil mit den führenden Reitern Süddeutschlands. Michael „Michi“ Jung ist dabei der Star, auch wenn am Sonntag, 8. Januar, um 15.45 Uhr die Startglocke zum „S-Springen mit Siegerrunde“ läutet. Dieser Große Preis, dotiert mit 2000 Euro, ist als „Gerd-Müller-Gedächtnisspringen“ ausgeschrieben in memoriam des früheren Parcourschefs, der im letzten Jahr verstorben ist. Neben „Michi“ Jung gehören Badenia-Sieger und Nationenpreisreiter Armin Schäfer aus Mannheim zu den Favoriten, aber auch Bernd Herbert aus Viernheim und Nordbadens Regionaltrainer Günter Treiber, vom Hegenichhof.
Viele Reiter und deren Freunde besuchen das „Wolf-Turnier“ aber nicht nur wegen der Pferde sondern auch wegen der legendären Partys in der beheizten Wirtschaftshalle neben der Reithalle. Am Donnerstag sind die „Oldies“ eingeladen, am Samstag die taufrischen Reitersleute.
Mehr Infos auf www.reitanlage-wolf.de













