04.03.10

Kampfabstimmung bei Nordbadens Reitern?

 

Die gute Nachricht zuerst. In der Unterschlagungsaffäre um den ehemaligen Schatzmeister Manfred Köhler im nordbadischen Pferdesportverband scheinen die Reiter mit einem blauen Auge davonzukommen. Wenn Gerhard Weixler aus Ketsch

 am Samstag bei der Mitgliederversammlung in Forst bei Bruchsal seinen Hut nimmt, dann verbindet er diese letzte Amtshandlung mit einer erfreulichen Nachricht. Rund 40 000 Euro des unterschlagenen Geldes – das quasi virtuell auf einem Festgeldkonto zu liegen schien – bekommt der Verband als Schadensersatz von einer Veruntreuungsversicherung zurück. Das ist ungefähr ein Drittel der unterschlagenen Summe; damit seien zum Beispiel die Verbindlichkeiten an den Landesverband gedeckt, erklärte jetzt der Heidelberger Jürgen Müller-Dörr, der als „Vize“ mit Weixler aus dem Amt scheiden wird.
Die fünf Vorsitzenden der Reiterringe in Nordbaden, allen voran der Reilinger Bürgermeister Walter Klein als Chef der „Badischen Pfalz“, haben im Vorfeld der Mitgliederversammlung ein Personaltableau ausbaldowert, das sie den Vorsitzenden der nordbadischen Reitervereine vorlegen werden. Die „Herren der Ringe“ erwählten einen der ihren. Dr. Gerhard Klotz, 52-jähriger promovierter Mathematiker aus Königsbach-Stein bei Pforzheim soll neuer Vorsitzender werden; er führt auch den Reiterring Hügelland an, erlangte dort als Erneuerer und Förderer der Jugend einen guten Ruf. Unter anderem soll dort im Frühjahr eine Satzung beschlossen werden, die für Vorstände eine Altersbegrenzung von 70 Jahren vorsieht.
Seine Wahl scheint schon Tage vor der Versammlung besiegelt, weil sie dem Wunsch der meisten Reiter nach einem Neuanfang in Nordbaden entspricht. Auch die weitere Mannschaft scheint willkommen: Nadja Weißbrod, engagierte Vorsitzende im Reiterverein Walldorf und Tochter des legendären Wilhelm Bung, kandidiert als Vize-Präsidentin. Sie hat den Walldorfer Verein nach Jahren der Durststrecke wieder zu einem der führenden Clubs in Nordbaden gemacht. Als Schatzmeister ist Ole Gunzenhäuser aus Bruchsal im Gespräch, was der erklärten Absicht entspricht, die Finanzen des Verbandes künftig in versierte Hände zu legen. Gunzenhäuser ist Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Das alles ist soweit geklärt.
Nur, ausgerechnet um den arbeitsintensivsten Job im Verband bewerben sich zwei Leute, um den des Geschäftsführers – auch der ist wohlgemerkt ehrenamtlich. Zum einen Marianne Hoffmann aus Forst bei Bruchsal. Sie führte schon unter Gerhard Weixler die Geschäfte des Verbandes. Sie war es auch, die als Erste Alarm schlug, als sich Unregelmäßigkeiten in Köhlers Kasse andeuteten. Zum anderen Ralf Zinsmeister, der auch im Reiterring Badische Pfalz Geschäftsführer ist. Der gewissenhafte Wieslocher Mittelständler steht für einen kompletten Neuanfang, den der designierte Präsident Klotz und seine ebenso designierte „Vize“ Nadja Weißbrod am liebsten hätten. „Aber wer meine kritische Haltung gegenüber der Machenschaften der letzten Jahre unterstützen will“, sagt Marianne Hoffmann, „der muss meine Person bestätigen“.

Wie es ausgegangen ist, steht am 7. März in Rj-Online und im nächsten Reiterjournal.

 

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Redaktions- und Anzeigenschluss für Heft 10:
1. September 2010


Reiterjournal